Ist vielleicht ein wenig einseitig der Bericht, jedoch hat er mit vielem Recht. Je mehr Angst und Hass geschürt wird, desto eher lassen die Menschen die Beschneidung ihrer eigenen Rechte zu.
Wieso? Naja, wenn es hilft Verbrecher und Terroristen zu fangen oder deren Taten zu verhindern, dann können Sie ruhig meine Krankengeschichte lesen, meine Verbindungsdaten speichern und meine Post mitlesen - ich hab ja schließlich nichts zu verbergen.
Ich hab zu Weihnachten das Buch Am Ende der Leitung bekommen und bin nun endlich dazu gekommen einiges davon zu lesen. Bei dem Buch handelt es sich um Sammelwerk von Aufsätzen und Gedichte(n?) zum Thema Privatspähre, Datenschutz und Überwachungsstaat.
Der Einband hat ein wenig unter dem Nachtdienst gelitten
Der Verein quintessenz hat dazu einen Literaturwettbewerb ins Leben gerufen und die besten Geschichten in diesem Buch veröffentlicht. Bis jetzt bin ich bei der Hälfte und muss sagen, dass das Buch hält, was es verspricht. Es sind alles samt Dystopien, welche aufzeigen wie es sein könnte, wenn sich die Menschen nicht bald eines besseren besinnen und die sinnlose Angst vor dem ungewissen ablegen.
Am beeindruckendsten fand ich bis jetzt die Geschichte eines Mannes, der unauffälliger und unschuldiger nicht leben konnte und gerade deswegen in das Visier des Staatsschutzes gelangt ist. Für den Staatsschutz ist es unvorstellbar, dass jemand so unauffällig lebt, dass im Endeffekt jedes Mittel Recht is irgendetwas schmutziges an seinem Leben zu finden. Mit schrecklichen Folgen...
Vorerst, für alle, die nicht wissen, worum es sich bei dem Big Brother Award handelt:
Ich war am 25.10. bei der Gala, bei der traditionell die Gewinner bekannt gegeben werden und bei der man hofft, dass sich einer der Gewinner den Preis entgegen zu nehmen traut.
Ich fand es schade, dass aus Protest 2 Kategorien nicht vergeben worden sind: Lebenslanges Ärgernis sowie der Positivpreis "Defensor Libertatis".
Ich verstehe ja noch, dass man niemanden auszeichnen kann, wenn sich niemand hervorgetan hat. Aber zu sagen, dass alle gleich stark den Titel Lebenslanges Ärgernis verdient haben, da hätte man sich schon mehr Mühe geben können, einen Gewinner zu finden.
Die Gala fand wieder im Theater Rabenhof im 3. Bezirk statt. Ich finde das Theater hat eine sehr nette Atmosphäre, ist aber leider für so eine Veranstaltung fast schon zu klein. Es wundert mich immer wieder, dass man dafür eine Feuerpolizeiliche Erlaubnis bekommt. Wenn da Panik ausbricht...
Die Gewinner des diesigen Jahres sind, geordnet nach Kategorien:
Business und Finanzen: Clemens Steiner, Geschäftsführer Tiger Lacke: Zufriedenheit durch Überwachung
Politik: Die Landtagsabgeordeten Hirz, Wageneder und Schwarz [Grüne OÖ]: vom Internetsperrpopulismus angesteckt
Behörden und Verwaltung: Bundesministerium für Finanzen: Spendepflicht für Sozialversicherungsnummern
Kommunikation und Marketing: Russell E. List-Perry: Geschäftsführung 123people.at
Publikumspreis: Peter Klugar, ÖBB-Chef: Erst überwachen, dann vertuschen
Die genaue Beschreibung der Gewinner gibts auf der Big-Brother-Homepage: www.bigbrotherawards.at
Hier noch 2 kleine Eindrücke, leider reichte meine Kamera nicht für viel mehr.
Die künstlerische Darbietungen konnten mich dieses Jahr nicht wirklich überzeugen. Fand ich weder musikalisch noch optisch gut.